Velvet Two Stripes I Support: Willibald I Gaskessel Bern

Gitarre, Bass, Drums, Vocals und Riffs – das Rezept ist alt wie der Mond, die Resultate klingen immer wieder frisch wie der erste Sonnenstrahl im Frühling. Jedenfalls in den rechten Händen. Velvet Two Stripes zum Beispiel. Derweil andere Bands das Gefühl haben, sie müssten ihrem Rock einen Hauch Computer einverleiben, um Zeitgeist zu markieren, haben Velvet Two Stripes die Gegenrichtung eingeschlagen. Sie haben das elektronische Doping ganz aus ihrer Musik verbannt und rocken nun umso härter, lauter und schöner. Zu hören auf ihrem neusten Album, „Devil Dance“.

Die Kunde von den drei jungen Frauen, die rockten wie ein Vulkan, drang bald aus dem inneren Zirkel des Proberaumes hinaus. Noch ehe man darauf wirklich aus war, kamen die ersten Konzerte, gefolgt von Vertragsangeboten diverser Plattenfirmen. Das Berliner Label Snowhite bekam den Zuschlag, das Debut-Album folgte wenig später im Jahr 2014. Nun war der Name Velvet Two Stripes plötzlich omnipräsent. Ein Highlight war der fulminante Auftritt vor 600 begeisterten Briten am The Great Escape-Festival in Brighton.

Auf den Sturm folgte die selbstauferlegte Ruhe. Man war vom ständigen Reisen erschöpft, musste die Batterien neu aufladen. Das konnte man am besten, in dem man sich im Proberaum in stundenlangen Jam-Sessions verlor. Weitere frische Anstösse versprachen sich Sophie, Sara und Franca dadurch, dass sie sich für die Aufnahmen einer neuen EP erstmals mit einem Produzenten zusammentaten. Tim Tautorat entpuppte sich als Glücksfall: der Berliner, der schon mit Herbert Grönemeyer, the Kooks, Faber und
AnnenMayKantereit gearbeitet hatte, wünschte sich ebenso wie Velvet Two Stripes eine neue Herausforderung. Für die Aufnahmen
stiess nun Carlo Caduff zur Band, ein Drummer aus veritablem Fleisch und Blut, der den Sound sogleich härter, aber auch komplexer und dynamischer machte.

Nun der zweite Albumwurf von Velvet Two Stripes. „Devil Dance“ enstand wiederum unter der Regie von Tim Tautorat im legendären Hansa-Studio in Berlin. Zehn Tage lang rockte man praktisch um die Uhr, wohnte in einer Wohnung im gleichen Gebäude, wo David Bowie einst „Heroes“ einspielte. Für die Aufnahmen der Instrumentaltracks sass die Band gesammelt im Studio und fetzte drauflos. Sophie Diggelmann steuerte die Texte bei: „Das Album dreht sich immer ungefähr um das gleiche Thema“, sagt sie: „Nämlich um die Sehnsucht nach mehr. Mehr Substanz. Mehr Hingabe. Mehr Erleben. Das Fernweh gehört ja irgendwie zum Kern
der Schweizer Psyche. Überall wo man hinschaut steht einem ein Berg vor der Nase.“

Mit „Devil Dance“ haben Velvet Two Stripes einen Quantensprung vollbracht. Während der Sound nun ohne Zweifel rockiger und riffender daherkommt – „rockig und riffend“ etwa im Sinne von Rival Sons, einer Band, mit der Sara, Sophie und Franca auch schon
eine Bühne geteilt haben -, sind die Lieder melodischer, die Arrangemente facettenreicher geworden. „Devil Dance“
gehört zu den raren Alben, die bei jedem Durchgang neue, feine Details offenbaren.

Support spielt die Berner Band willibald. Eruptiver Noiserock, der die Welt in einen Malstrom aus Lärm und Liebe reisst. Mensch kann sich nur schwer davon entziehen. Konkret bedeutet das: Krachende grelle Gitarren, donnernde Toms, eine Snare, die dir um die Ohren peitscht, Stimmen, die dich in den Schlaf singen, nur um dich gerade wieder aus dem Schlaf zu reissen, ein Bass, wütend und wild, und dazwischen immer wieder ein Kreischen, Pfeifen und Stöhnen von gestrichenen Saiten, dass es dir eiskalt den Rücken runterläuft. Aber keine Angst. Dazwischen tröstet willibald gerne immer wieder und lullt dich ein. Bis zur nächsten Explosion.

Der Einlass mit Echtpelz ist verboten.

Concert Rock

Organized by:   Gaskessel

See the official website

Dec. 6, 2019

Gaskessel – Bern

  • Doors open at:
    20:00
  • Concert starts at:
    21:00
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Velvet Two Stripes I Support: Willibald I Gaskessel Bern