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Honorarempfehlungen: SONART Präzisierung und PETZI Einordnung

Letztes Jahr hat SONART Empfehlungen zu den Honoraren von Künstler*innen publiziert. PETZI hatte in einem Argumentarium zu diesen Empfehlungen Stellung bezogen und hervorgehoben, dass vor der Einführung verbindlicher Vorgaben die tatsächliche Ausgangslage erfasst und die finanzielle Verantwortung sowie Finanzierungsmöglichkeiten geklärt werden müssen.

Nun veröffentlicht SONART eine Präzisierung bezüglich der Anwendung der Honorarempfehlungen und betont dabei die Verantwortung der Kulturförderung. Das komplette Schreiben von SONART findet ihr hier.

Die Einordnung von PETZI

Fair pay needs fair funding! Das unterstreicht SONART – Musikschaffende Schweiz in einem ergänzenden Schreiben zu den Honorarempfehlungen. PETZI begrüsst diese Präzisierung, die zentrale Anliegen des PETZI-Argumentariums von 2025 aufgreift.

Im Informationsschreiben vom 16. Oktober 2026 hält SONART fest, dass die ausgewiesenen Ansätze als Orientierung, Kalkulationshilfe und Verhandlungsgrundlage dienen sollen und keine verbindlichen Mindestgagen sind. Hintergrund ist die Beobachtung, dass öffentliche Förderstellen die Empfehlungen teilweise als verbindliche Vorgaben verstehen, ohne die Fördermittel entsprechend anzupassen.

SONART benennt die Risiken ausdrücklich: Bei unveränderten Budgets können weniger Musikschaffende engagiert oder weniger Projekte unterstützt werden. Dadurch entsteht ein Zielkonflikt zwischen angemessener Entschädigung, kultureller Vielfalt sowie Auftritts- und Entwicklungsmöglichkeiten. Gerade PETZI-Mitglieder schaffen dafür zentrale Räume. Die Verantwortung für bessere Honorare kann deshalb nicht allein bei den Veranstaltenden liegen. Hier ist die öffentliche und private Kulturförderung gefordert.

Bereits im Argumentarium vom April 2025 hat PETZI auf diese Zusammenhänge hingewiesen. Kleine, nicht gewinnorientierte Musikclubs und Festivals arbeiten häufig mit knappen Ressourcen und viel Freiwilligenarbeit. Zusätzliche finanzielle Anforderungen ohne entsprechende Gegenfinanzierung können diese Strukturen gefährden und damit auch die Möglichkeiten der Musikschaffenden schwächen.

Für die Umsetzung braucht es realistische Übergangsfristen und konkrete Finanzierungsschritte, die den unterschiedlichen Förderrealitäten von Livemusikclubs und Festivals Rechnung tragen.

PETZI unterstützt das Ziel einer angemessenen und fairen Entschädigung von Musikschaffenden ausdrücklich; allerdings ist es PETZI wichtig, die Diskussion über faire Entschädigung im gesamten Ökosystem der aktuellen Musik zu führen. Dazu gehören auch die Arbeitsbedingungen der Menschen hinter der Bühne. Verbesserungen müssen so gestaltet werden, dass sie langfristig bessere Bedingungen für alle Beteiligten ermöglichen.

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