Antiracupfestival 2018

ROTFRONT – EMIGRANTSKI RAGGAMUFFIN KOLLEKTIV (Berlin)
LENA STOEHRFAKTOR (Berlin)
SKASSAPUNKA! (Milano/ Kob Records)
HASZCARA (Göttingen / Audiolith)

Traditionsgemäss im Dachstock, das Festival zum Antiracup. Und schön, wenn auch solche Feste zur Tradition werden und nicht nur Ältesthergebrachtes, dann dürfen auch wir uns mal wieder als Wertkonservative üben und das tut manchmal verdammt gut.
So gut wie eiserne Gedanken umzuwälzen und dabei beispielsweise zu bemerken, eigentlich könnte konservativ auch sexy – nämlich, wenn wir das Richtige konservieren. Den richtigen Einfall –
Antiracup steht für die Liebe zum Fussball und für den Hass gegenüber Faschismus – die gute Idee:
Dass der Sport zum Händereichen animiere, Hoffnung schüre und Zusammenhalt generiere!
Diesen Zusammenhalt unter Menschen, welcher sonst gesellschaftlich viel zu oft in den Würgegriff von identitären Konstrukten wie Nation, Geschlecht oder Rasse gerät.
Der Antiracup lädt zum Festival, mit ROTFRONT und LENA STOEHRFAKTOR aus Berlin und SKASSAPUNKA aus Milano.
Erstere werden heiterheftig durch Ska, Punk, Hip-Hop und Klezmer-Fanfaren, mit Gitarrenriffs, Pauke und Trompeten, während Frau Stoehrfaktor dann straight Rap ballern wird. Und die Genossen aus Italien bestellen zum Schluss noch einen zünftigen Abschied auf dem Off-Beat, inklusive «Bella Ciao» in Brachialmanier – wie es zu hoffen gilt. (txt:üd)

Organisiert von:   Dachstock

Offizielle Website

13. Oktober 2018

Dachstock – Bern

  • Türöffnung:
    21:00
  • Konzertbeginn:
    21:00
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Antiracupfestival 2018

RotFront Emigrantski Raggamuffin Kollektiv

RotFront ist die Hausband des Berliner Kaffee Burger. Das Burger wiederum ist der Geburtsort und die No. 1 Location der legendären RussenDisko. Mit ihrer Organisation als Kollektiv und ihrem High-Energy-Gebräu, das vielfältige musikalische Referenzen kennt, passen sie in die Riege anderer Kollektive, die von der Hauptstadt aus die Welt erobert haben: Seeed mit ihrem Mix aus Reggae und HipHop, Culcha Candela mit ihrem Mix aus Latino und Pop. Nun stehen RotFront in den Startlöchern und zeigen, wie sich Ostklänge (Polka, Klezmer) mit heißen Sounds des Südens (Ska, Cumbia) aufpumpen lassen. Ihre Songs verweisen auf ihre Biographien und Erfahrungen. RotFront wurde von zwei Berliner Emigrantskis aus der Taufe gehoben: Yuriy Gurzhy ist eine Hälfte der RussenDisko, gemeinsam mit seinem ungarischen Musiker-Kollegen, dem Initiator des HungaroGroovers Soundsystems Simon Wahorn, entwickelte Gurzhy das Emigrantski Raggamuffin Kollektiv RotFront. 2003 gegründet, erspielte es sich im Handumdrehen den Ruf der ultimativsten Partyband Berlins. Mal stehen sieben, mal zwölf oder fünfzehn Musiker auf der Bühne – im Publikum bleibt kein Mensch lange für sich alleine und spätestens nach den ersten Songs verschwindet die Grenze zwischen Bühne und Tanzfläche spurlos. Grenzen zu durchbrechen ist die eigentliche Mission von RotFront – so gesehen sind sie eine politische Band. Über Politik wird zwar nie gesungen, jedoch wird am eigenen Beispiel bewiesen, wie natürlich und harmonisch der Austausch zwischen verschiedenen Nationalitäten, Musikrichtungen und Kulturen funktionieren kann: Ein Ukrainer, zwei Ungaren, ein Amerikaner, ein Australier und fünf Deutsche mischen in ihren Songs Ska, Reggae, Dancehall- und Cumbia-Sounds mit Klezmer, frechem Hiphop mit Berliner Schnauze, osteuropäischer Turbopolka, mediterranen Melodien und Rockriffs. Die Texte auf Russisch, Ungarisch, Deutsch und Englisch erzählen über den Berliner Alltag, über die Abenteuer von Immigranten in einer großen Stadt. Das erste Album der Band, „Emigrantski Raggamuffin“ (VÖ: Juni 2009), wurde gemeinsam mit dem Berliner Produzenten Kraans De Lutin (Tiger HiFi, Martin Jondo, Culcha Candela) aufgenommen. Um die Gitarristen und Sänger Yuriy Gurzhy und Simon Wahorn versammelten sich Akkordeonist Daniel Kahn (eigene Spitzenband: Daniel Kahn & The Painted Bird), das blechgewaltige Bläsertrio Max Bakshish (Klarinette und Saxofon), Dan Freeman (Saxofon) und Anke Luchs (Posaune) sowie Drummer Jan Pfennig (eine bekannte Größe in der Berliner Drum'n'Bass-Szene, seine Band nennt sich Human Sampler), die weibliche Stimme gehört der hinreißenden ungarischen Schauspielerin Dorka Gryllus (sie spielte u.a. in den Filmen von Sam Garbarsky: „Irina Palm“, Wolfgang Murnberger: „Der Knochenmann“ und im neuen Film von Fatih Akin „Soul Kitchen“), das jüngste Mitglied der Band ist Mad Milian, ein noch zu entdeckender Jungstar des Berliner HipHops.

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Lena Stoehrfaktor

Lena Stoehrfaktor, rappende Underground-Größe aus Berlin, bringt sich seit 2004 mit rotzigen Styles in die karge HipHop-Landschaft ein. Bis heute brachte Lena 3 Solo-Alben heraus, außerdem 3 Crew-Alben mit "Conexion Musical" und stellt ihr Können in verschiedenen musikalischen Projekten unter Beweis. Seit ihren Anfängen ist sich Lena Stoehrfaktor treu geblieben. Die Themen ihrer Texte werden aus dem realen Leben gegriffen und in feinster Art und Weise auf Beats gelegt, die die Stimmung der Inhalte unterstreichen. Mit der Erfahrung von weit über 300 Konzerten im Gepäck, präsentiert Lena Stoehrfaktor wortgewaltig und authentisch ihr Live-Set auf diversen Bühnen und bereichert somit jede Form von Veranstaltung.

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SKASSAPUNKA!

Skassapunka is a Ska Punk band born in Lainate, near to Milan, in 2008. They bring strong antifascists and antiracist connotations in their songs and, of course, on stage. In 2012 the firsts tracks are put together in one self-produced EP “Purgamentum Dedecusque”, which allow the band to play live more and more, increasing their opportunities inside the north italian underground. In 2013 they edit the first album “Di Vento In Vento”, produced by “Dedolor Records” label, and introduced with a tour above the italian peninsula. After the landing in KOB Records, in 2014, Skassapunka start their shows in other european countries. In March 2015, with KOB collaboration, they make “Il Gioco Del Silenzio”, the second album (where appears featuring with Enrico, Los Fastidios’ leader, and Dema from Talco’s band), showed with an huge tour in Italy, Germany and Swiss. In February 2016, Skassapunka publish “We Want To Dance Ska” as a single, the song give a title to the spring-summer tour, brought in Europe again. 2016 is the year who give a significant change to the band’s formation, the end of the old tour and the born of a new album, “Rudes Against” (with featuring of Cippa of Punkreas, italian punk band, Simone of NH3 and Mr Teo from Rootical Foundation) in February 2017, which it open the homonymous “Rudes Against Tour”. In 2017 Skassapunka intensifies the activity, “Rudes Against Tour” allow they to play about fifty live shows in Germany, Swiss, Italy, Spain and France. 2018 is the 10th band anniversary, so the group want to celebrate editing the fourth album “Adelante” with KOB’s collaboration and begin a new european tour.

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HASZCARA

Punchlines und Gesellschaftskritik, Turn-Up und Emotionalität, Wortwitz und Empowerment: Die Rapperin Haszcara hat ihr Publikum fest im Griff. Schon mit Mitte 20 hat die Künstlerin mehr Bühnen abgerissen als ein Großteil der männerdominierten HipHop-Szene. Sowohl technisch als auch inhaltlich spielt die Wahl-Berlinerin in der oberen Rap-Liga, überzeugt in der Cypher ebenso wie auf Festivalbühnen und produziert ganz nebenbei auch noch den Großteil ihrer Beats selbst. Ihre 2017er EP „Roter Riese“ und ihr Debütalbum „Polaris“, das 2018 über Audiolith Records erscheint, zeigen die Vielseitigkeit der Ausnahme-Musikerin. 2015 hatte Haszcara durch ihre Teilnahme beim Video Battle Turnier VBT einen Senkrechtstart aus dem Nichts hingelegt und beweist seitdem wie kein anderer musikalischer Act in Deutschland, dass Battle-Attitude und politische Messages, Rap als Sport und Verletzlichkeit als Stärke keine Widersprüche sind. Haszcara braucht keine Maskerade, keine Special Effects, sondern einzig und allein ein Mikrofon um die Crowd einzunehmen. Ihre gnadenlose Ehrlichkeit, ihre beispiellosen Rap-Skills und ihre unvergleichliche Energie auf der Bühne machen es deutlich: An dieser MC kommt die HipHop-Szene nicht mehr vorbei. Haszcara ist hier – und ihr Stern am Rap-Firmament leuchtet hell. „Ich war immer euer Sonnenschein. Doch jede Sonne wird am Ende eine Bombe sein.“ Die Live-Performance der Rapperin ist der beste Beweis dafür.

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