JuJu Rogers | Support: Jay Jules

JuJu Rogers kann etwas, das sonst nur eine Handvoll deutscher Rapper beherrscht: mehr als passabel auf Englisch rappen. Während ganze Riegen am Versuch, ihre Reime in Hip Hops Muttersprache vorzutragen, teilweise kläglich scheiterten, profitiert der Sohn eines Amerikaners und einer deutschen Mutter von seiner bilingualen Erziehung.

Bevor er der Welt jedoch "aus dem Leben eines Taugenichts'" erzählt und Bummtschak-Produktionen wieder salonfähig macht, beginnt die Story im nicht gerade als Hip Hop-Epizentrum bekannten unterfränkischen Schweinfurt. Dort widerfährt ihm allerdings eine musikalische Sozialisation, die sich gewaschen hat.

JuJus Vater stammt ursprünglich aus der Jazz-Hauptstadt New Orleans und hortet deshalb eine ausufernde Plattensammlung, in die JuJu schnell eintaucht. Darin findet sich neben Jazz und Rhythm'n'Blues auch Soul und Country-Musik. Darüber hinaus nimmt Julian, wie JuJu eigentlich heißt, früh Trompetenunterricht. Ab Teenagertagen bandelt er auch erstmals mit Hip Hop an und probiert sich fortan selbst daran aus.

Nachdem er 2012 nach Berlin zog, veröffentlichte er im Jahr darauf seine erste Platte, damals noch als Teil der Gruppe Man Of Booom mit Produzent Figub Brazlevic und UK-Rapper Teknical Development. Das Hommage-Album „Back To The Booom“, das beim Untergrund-Label Sichtexot erscheint, setzte eine erste Duftmarke in der Szene und avancierte innerhalb weniger Monate zum Liebhaberstück.

Persönlicher ist JuJu Rogers auf seinem Debütalbum „From The Life Of A Good-For-Nothing“, das 2015 über den neuen Label-Heimathafen Jakarta Records erschien. Auf dem Imprint, auf dem bereits spätere Superstars wie Anderson .Paak, Kaytranada und Ta-Ku veröffentlicht hatten, findet Rogers zu sich und zeichnet in Anlehnung an Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ das zerbrechliche Bild eines Suchenden. Die erste Platte des Deutschamerikaners ist eine Coming-Of-Age-Story, angelegt in dem Spannungsfeld zwischen kapitalistischem Boden der Tatsachen und dem Traum hoher Kunst.

Nur ein Jahr später veröffentlichte er ein weiteres Kollaborationsprojekt. Diesmal mit dem Berliner Produzenten Bluestaeb. „LIT - Lost In Translation“ verlässt die persönliche Ebene wieder: Während an Europas Grenzen Geflüchtete ertrinken, der Hass auf alles Fremde weltweit beängstigend laut wird und sich in den Staaten Donald Trump als Präsidentschaftskandidat durchsetzt, ist „LIT“ ein Manifest gegen den Zeitgeist: wütend, aktuell und radikal.

Inzwischen arbeitet JuJu Rogers an seinem zweiten Soloalbum, das erneut bei Jakarta Records erscheinen wird. Das Album vereint das geschärfte Bewusstsein eines Afrodeutschen im eiskalten politischen Klima Deutschlands mit der feinen Beobachtungsgabe eines sensiblen Großstädters. Die Weiterentwicklung spiegelt sich auch in der musikalischen Genese des Zweitwerks wider: von den Sample-dominierten Produktionen des bisherigen Werks hin zu einem musikalischeren Entwurf, den JuJu Rogers mithilfe einer Riege von Ausnahmeproduzenten um Farhot, Like und Bluestaeb umsetzt.


Support Jay Jules (CH)
Schon mit 2 Jahren hämmerte Jay Jules auf Pfannen herum. Zum rhythmischen Grooven kamen schnell die Freude an Melodien und alles was mit Musik und Instrumenten zu tun hatte, dazu. Die ersten Songs welche Jay Jules hörte waren meistens Reggae und Kongolesische Rumba (N’Dombolo). Erst als Hip Hop in sein Leben kam, und Alben wie 2001 von Dr. Dre, Stillmatic von Nas und Word of Mouf von Ludacris ihn beflügelten, beschloss er rappen zu wollen. Schnell entdeckte er, dass er mit seinen Texten Botschaften verfassen und Erlebnisse verarbeiten konnte und so entstanden mit 19 Jahren seine ersten Songs. Später begann Jay Jules seine Musik selber zu produzieren, um seinen akustischen Fingerabdruck zu personalisieren. Er spielt alle seine Konzerte mit der Band “Reel Beetz”, dadurch sind energetische Live-Auftritte garantiert. Seine EP “One Shot” mit hämmernden Texten und epischen Refrains wird demnächst erscheinen.

Organized by:   Treibhaus

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Sept. 14, 2018

Treibhaus – Luzern

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