Friends of Gas & Viruuunga | Bern | Rössli Bar

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Friends of Gas (München)
Noise, Psychedelia, Post Punk

Viruuunga (Lugano)
Noise, Post Punk

Ziemlich genau drei Jahre ist es nun her, seit uns die Jünglinge von ‚Die Nerven‘ im Rössli beehrten und uns eines der besten Konzerte in der Geschichte unseres Stalls bescherten. Nun bekommen wir erneut Besuch aus dem südlichen Norden – die Friends of Gas aus München schauen vorbei und geben ihren brachialen, noisigen Post Punk zum Besten. Ebenfalls lärmig unterwegs sind Viruuunga, die aus dem südlichen Süden, aus Betonia Lugano zu uns anreisen.

Spätestens seit ihrem vom Feuilleton hochgelobten Erstling ‚Fatal Schwach‘, das 2016 beim Berliner Staatsakt-Label veröffentlicht wurde, wird das Quintett aus München als „Neuentdeckung am [deutschsprachigen] Post-Punk-Himmel“ oder als neues Klassengspänli in der seit einigen Jahren so virulent aktiven ‚Stuttgarter Schule‘ (damit wird der Kuchen von Bands wie Die Nerven, Karies, Human Abfall oder All diese Gewalt umrissen) beschrieben.
„Wendet Gewalt an / Gewalt geht immer.“ Diese Devise aus dem Track ‚Kollektives Träumen‘ etikettiert den Sound von Friends of Gas treffend. Ebenjene Gewalt manifestiert sich vor allem in ausufernden, dissonanten Noise-Explosionen, denen durch das gradlinige Bassspiel Martin Tagars (Joy Division’s Peter Hook lässt grüssen) und dem kompromisslosen Getrommel Erol Dizdars, tanzbarer Rhythmus und Melodie verliehen wird. Der heisere, oftmals schleppende Gesang der Sängerin Nina Walser, der sich phasenweise wuchtig entlädt, verschafft der Musik von Friends of Gas eine Dringlichkeit, die ihresgleichen sucht. Im Interview mit der deutschen TAZ beteuert Walser zwar, dass sie politische Themen in ihren Texten nicht explizit aufgreift; „wenn trotzdem etwas mitschwingt und so gedeutet wird, finde ich das aber gut.“ Eingängige Parolen sucht man im Sound der Friends of Gas also vergebens, gleichwohl verdeutlicht ihr Sound ein vehementes Nicht-einverstanden-Sein mit der Welt und muss als wütendes Statement gegen die Widrigkeiten und Abgründe des zeitgenössischen Alltags verstanden werden. Ideale Voraussetzungen also für ein freudiges Konzert in unserem geliebten Ross, denn im „Kollektive[n] Träumen“, darin sind wir erprobt.

„Repetition, Repetition, Repetition“ – auch bei den beiden Jungs von Viruuunga lässt sich eine augenfällige Hingabe zum Post Punk der 80er-Jahre erkennen. Der hypnotisch-repetitive Psych der Luganeser Band zeichnet sich durch den erbarmungslosen Beat ihrer Drummachine (liebevoll auf den Namen ‚Olga‘ getauft) und einen omnipräsenten Bassgroove aus. Verfeinert mit einer schrillen Noise-Guitarre, die immer mal wieder an die Tessiner Alphatierli von Peter Kernel erinnert, mit denen Viruuunga des öfteren zusammenarbeiten, und begleitet von einem abgründig-schrulligen Songwriting erschafft das Duo dabei einen Soundteppich, auf dessen Mitreise man hofft, dass ein zügiger Südföhn aufzieht, der dazu beiträgt, dass die Rückkehr über den San Gottardo erschwert wird und die zwei Ragazzi noch ewig bei uns im Cavallo verbleiben.

In diesem Sinne: „Avanti Popolo!“ – wir freuen uns sehr auf diese lärmige Konzept-Serata.

(Text: Dään)

Organized by:   Rössli Bar - Verein Restaurant Sous Le Pont

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Nov. 15, 2018

Rössli Bar - Verein Restaurant Sous Le Pont – Bern

  • Doors open at:
    21:00
  • Concert starts at:
    22:00
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