Duotage | Festival

Wir sehen, noch leicht verschwommen, zwei Gestalten im Pool und hören Klänge von Tausenden erschallen. Die Duo-Tage, Nachfolger des Solotage-Festivals, bescheren uns im Februar Ohrenglitzer. Wild und zart, laut und still, grenzwertig und mutig wird es. Ein Mini-Festival mit maximaler Wirkung, musikalische Grenzüberschreitungen voller Kontraste.

Organized by:   Neubad - Verein Netzwerk Neubad

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Feb. 22, 2018 - Feb. 24, 2018

Duotage | Festival
Donnerstag

Neubad - Verein Netzwerk Neubad

Doors open at
20:00

Concert starts at
20:30

Urban Lienert & Hans-Peter Pfammatter [CH]

Hanspeter Pfammatter und Urban Lienert haben als Dozenten an der Hochschule Luzern Heerscharen von Jazzstudenten unterrichtet und beeinflusst. Pfammatter ist als Pianist mit verschiedenen Bands unterwegs und verfolgt nebenbei seine eigenen Projekte an den Schnittstellen zwischen Jazz und elektronischer Musik. Sein Duo-Partner Urban Lienert ist einer der versiertesten E- und Kontrabassisten des Landes. Seit mehreren Jahren gilt sein Hauptinteresse dem Entwickeln von neuen Sounds mit Hilfe von Präparationen und elektronischen Effekten. Ein Duo, das sich blind versteht und im freien Fall die Grenzbereiche der Improvisation überschreitet.

Eclecta [CH]

Eclecta ist ein erklärt eklektisch elektrisierendes Musikfeuerwerk: Mit Piano, Gitarren, Trommeln und weiss der Gugger wie vielen anderen Instrumenten singen, rasseln, schreien, quietschen und flüstern sich die beiden Sängerinnen und Performerinnen Andrina Bollinger und Marena Whitcher in Ekstase. Sie ecken an und zaubern dennoch (oder gerade deshalb) einen wunderbar knalligen Stilmix auf die Bühne – dies ganz leicht und ungezwungen, als wäre es das Natürlichste auf der Welt. Ecken und Kanten wohin das Ohr hört, für die Ewigkeit bestimmt, für das Herz gespielt. So entsteht wundervolle Musik aus dissonantem Wohlklang, kratzbürstigem Pop, dichterischen Melodien und musikalischer Poesie.

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joasihno [DE]

Die beiden Multiinstrumentalisten und Bandmitglieder von «The Notwist» Cico Beck und Nico Sierig verarbeiten in ihrem ausschweifenden Experimental-Pop mit Hilfe von Klangrobotern alles, was musikgeschichtlich Rang und Namen hat: Von Radiohead und Beck über die Beatles ist alles mit dabei und es passt einfach: Island, Afrika, Eichstätt, Klassik, Pop, E und U, kalt und warm, bunt und grau, Intuition, professionelles Können und im richtigen Moment loslassen. Es funktioniert, weil «Joasihno» in der Lage ist, Grenzen zu ignorieren und sie wie selbstverständlich nicht als Hindernis, sondern als Chance zu begreifen.

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Freitag

Neubad - Verein Netzwerk Neubad

Doors open at
20:00

Concert starts at
20:30

Heligonka [CH]

Stefan Haas und Jesco Tscholitsch sind beim Musizieren mit Händen und Füssen beschäftigt. Bereits 2015 wärmten die beiden Musiker dem Neubad mit einem Konzert auf der Bistro-Bühne Ohren und Herz. Zusammen bilden sie ein Kleinst-Orchester: «Heligonka» macht Neu-Folk-Pop aus zwei Singstimmen, einer Handorgel, einer aufgerauten Stromgitarre, einem orientalischen Banjo, einem kitschigen Glockenspiel und unter alldem pulsiert eine beidseitig beschlagene Basspauke. Sie besingen die komplizierte Leichtigkeit des Seins mit tanzbaren Rhythmen und eingängigen Melodien.

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Ester Poly [CH]

Hinter «Ester Poly» stecken die Schweizer Musikerinnen Béatrice Graf und Martina Berther, die schon im Frühjahr 2017 an den Solotagen mit ihrem Projekt «Frida Stroom» im Neubad gastierte. Die Schlagzeugerin und die E-Bassistin wurden von unterschiedlichen Musikstilen geprägt – so prallen mit den beiden Musikerinnen Generationen und Genres aufeinander, um diese sogleich zu zerstören und sich neu zusammenzusetzen. Das Duo mischt Psychedelic Rock, Punk, New Wave und Free Jazz und schafft eine facettenreiche Sprengkraft aus Schlagzeug, Bass und Gesang. «Ester Poly» ist Musik mit sozialkritischem Inhalt, die kraftvoll und provokant wirkt.

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J&L Defer [CH]

Gitarren, Drumsounds und melodiös eingängiger Gesang nehmen mit auf eine Reise, die durch Echo verdichtet und verzerrt wird. Anita Rufer und Gabriele de Mario – bekannt sind sie vor allem auch als Disco Doom – hauchen «J&L Defer» Sound und Leben ein. Die gezupften Gitarrentöne erzeugen Spannung durch Wiederholungen und strahlen gleichzeitig eine erstaunliche Ruhe aus. Das Duo versetzt ins Staunen über die Ausdruckskraft ihrer Musik. Schöngeister, die Musik gegen den Zeitgeist machen; Geister schaffen, die sich zwischen Dream-Pop, Alternativ und Experimental bewegen und nicht mehr aus den Köpfen zu bringen sind.

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Za! [ESP] (Industrie 9)

«ZA!» wechseln alle paar Minuten die Stilrichtung und alle paar Sekunden den Takt; von repetitiven afrikanischen Gesängen zu japanischer Speed-Avantgarde zu karibischer Perkussion zu Noise-Punk zu elektronischen Loop-Flächen zu Schnulzen mit Bläsersatz zu Freejazz Kapriolen. Papa DuPau und Spazzfrica Ehd bilden das Duo aus Barcelona – Post-Worldmusic und katalanische Regentänze, die eine überraschend gute Mischung bilden.

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Samstag

Neubad - Verein Netzwerk Neubad

Doors open at
20:00

Concert starts at
20:30

Schwalbe & Elefant [CH]

Wortmusik, die märchenhaft anmutet, weil unbeschwert und dennoch geprägt ist von der Tiefe existenzieller Fragen. «Schwalbe & Elefant» bewegen sich an den Schnittpunkten von frei improvisierter Musik, schlichten Songformen und schweizerdeutscher Poesie. Die Harfenistin Linda Vogel dehnt dafür das Klangspektrum ihrer elektro-akustischen Harfe aus und erzeugt mit Effektgeräten sowie erweiterten Spieltechniken neuartige Klänge. Die Sängerin Dalia Donadio bedient sich derweil einer breiten Palette an Tönen; durch physisch erzeugte Sounds, elektronische Effekte und Soundloops geformt.

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David Koch & Urs Müller [CH]

Mit David Koch (Vsitor, The Great Harry Hillman) und Urs Müller (KALI) haben zwei leidenschaftliche Klangforscher zusammengefunden. Zwei, die es mögen, zwischen diversen Stilrichtungen zu pendeln, Genregrenzen aufzulösen, um diese neu zu verorten. Und genau da setzt der Sound des Duos an: Ob er in space-ig, clubbige Sphären driftet, sich in eine trashige Rock-Garage-Richtung bewegt oder beides, bleibt bisweilen offen. Selbstgebaute Effektgeräte dürften da wohl genauso mit von der Partie sein wie Gitarre(n) und Gesang. Die beiden Musiker stehen für die Duo-Tage zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne und öffnen eine Wundertüte voll mit wuchtigem Ohrengold. Eintauchen in Rausch, der da beginnt, wo die Weisheit weniger gilt als die Ahnung, der Verstand weniger als die Empfindung...

Zardt [CH]

Welten zerbersten, Atome zerreissen und wir leben vor uns hin, begreifen kaum, wie uns geschieht. Also müssen wir neue Strukturen schaffen, um den Lauf der Dinge aufzuhalten: Geschichten, Utopien, kleine Welten. Die Multiinstrumentalisten Adrian Stämpfli (aka. Schmid) und Mario Hänni – bauen aus freigesetzten Sounds und Melodie-Fragmenten komplex verschachtelte Songs, die nichts weniger versuchen, als die Welt im Innersten zusammenzuhalten. Sie bescheren uns mit ausgetüfteltem Indie-Pop einen Moment der Orientierung im Chaos namens Leben.

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Deux Boules Vanille [F] (Industrie 9)

Zum Dessert: Loup Gangloff und Frederic Mancini. Das Duo aus Frankreich lässt aus ihren selber gebauten und bemalten Drums dynamische Sets entstehen, versetzt mit analogen Synthesizern – einfach, effektiv und ohne sich irgendetwas vorzumachen. Auch wir wollen uns gar nicht allzu lange damit beschäftigen, «Deux Boules Vanille» in ein Genre-Gefäss zu pressen. Die Einflüsse und Inspirationen der beiden Musiker sind genauso breitgefächert wie ihr Sound: Techno, Dub, Improvisation, Grindcore – ein Gericht aus verrückten, einnehmenden und tanzbaren Tönen, die genauso gut in tiefen Kellern wie auch in Supermärkten zum grossen Fest werden. Ein Dessert also, das ganz ohne Zucker auskommt und den Körper trotzdem in die Ekstase von gefühlt tausend verschluckten Traubenzuckern versetzt. Bon Appétit!

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