DUB SPENCER & TRANCE HILL feat. Bruno Amstad

Die Schweizer verbeugen sich gen Space Rock, scheuen aber den puren DUB nicht und müssen in einem Atemzug mit der Präzision der Uhrwerke genannt werden, welche die Eidgenossenschaft auszeichnet. Das Schweizer Uhrwerk funktioniert selbst tief im Wasser stets und genau. Der mechanische Antrieb, das Räderwerk, das Schlagwerk, das Chronographenwerk, die Drehzahlerhöhung, alles zeugt von höchster Qualität! Dass nun aber in den Kantonen des Landes ein derart gechillter SLO-MO-DUB entwickelt wird, der weltweit für Furore sorgt, ist DUB SPENCER & TRANCE HILL zu verdanken. Sie sind bekannt für ihre formidable Binnendynamik und Kompositionsfähigkeiten, ihr klassisches Riddimhandwerk, den psychedelischen Sound ihrer Gitarren, die wummernden Bässe in Infraschallnähe, die Spacesounds und grandiosen Sounddimensionen. Eben Dub as Dub can. Wie keine andere elektronisch versetzte Spielart hat sich DUB über die Jahre als resistent erwiesen, unbeeindruckt von allerlei kurzlebigen Trends. Wie sagte schon der kürzlich verstorbene Bud Spencer in einem seiner spärlich gesäten Interviews: „DUB macht halt den Unterschied“. Mittlerweile wird es wohl niemanden geben, der – in welchem Musik-Ghetto er auch immer sich aufhalten mag – mit DUB nicht irgendwann in Berührung kommt. Auf dem neuen Album „DEEP DIVE DUB“ tauchen DUB SPENCER & TRANCE HILL tiefer als Jaques Piccards Team bei ihrem Rekord-Tauchgang in Trieste in den Sechzigern. Anstelle einer reggaetypischen Leichtigkeit dominieren schwere Grooves das meisterliche Werk, im Sinne von fett, teilweise dunkel und abgehangen. Hypnotisch ziehen die allesammt im Jazz ausgebildeten Musiker ihre Bahnen in einem Space-Rock-Dub-Elektro Gefilde. Auf einigen Tracks ist der grossartige Bruno Amstad zu hören. Der Luzerner Experimentalvokalist, der schon mit Phil Minton und John Zorn zusammenarbeitete, beeindruckt mit seinem immensen Repertoire an Sounds. Weder sklavisch angelehnt an die großen jamaikanischen Helden der 70er noch verloren in den weiten Welten des elektronischen Dub gehen sie ihren eigenen Weg und reduzieren, abstrahieren. Ironie ist die Waffe der Entrechteten. Und so werden DUB SPENCER & TRANCE HILL virtuos weiterrollen - entsprechend ihres Namens – über die Schalter und Dioden der Mischpulte dieser Erde.

Organisiert von:   Le Singe

Offizielle Website

26. Mai 2018

Le Singe – Bienne-Biel

  • Türöffnung:
    20:00
  • Konzertbeginn:
    21:00
DUB SPENCER & TRANCE HILL feat. Bruno Amstad